Tobias StielerInzwischen ist es gute Tradition geworden, daß sich die Schiedsrichter des FC Bayern zum Saisonende noch einmal zu einer Fortbildungsveranstaltung treffen, um sich gut auf die neue Saison vorzubereiten.

Nachdem in den Vorjahren mit Lutz Wagner und Knut Kircher zwei ehemalige Spitzen-Schiedsrichter den jeweiligen Hauptvortrag gehalten hatten, war diesmal mit Tobias Stieler ein noch aktiver Schiedsrichterkamerad zu Gast, weshalb diese Veranstaltung eine ganz besondere Note bekommen sollte.

Zunächst begrüßte Abteilungsvorstand Gert Mauersberger die zahlreichen Abteilungsmitglieder und Ehrengäste. Gern nutzen wir diese Gelegenheit, um uns bei den Funktionären der Münchner Schiedsrichtergruppen ebenso wie bei den Gruppen im Umland für die ausgesprochen gute Zusammenarbeit über die gesamte Saison hinweg zu bedanken.

Lorenz Haidinger (Lehrwart der Schiedsrichtergruppe München Süd) machte unsere Kameraden dann in einem kurzen, knackigen und sehr gut aufbereiteten Vortrag mit den wichtigsten Regeländerungen zur neuen Saison vertraut. Die Flasche Bayern Prosecco als kleines Präsent hat er sich wahrlich verdient.

Dann folgte der Hauptvortrag von FIFA-Schiedsrichter Tobias Stieler. Beeindruckend war die absolute Stille im Saal, mit der die anwesenden Schiedsrichter seinen Ausführungen folgten. Das Thema war natürlich brandaktuell, ging es doch um den sogenannten ‚Video-Schiedsrichter‘, der ab der kommenden Saison die Spiele der Bundesliga begleiten wird. Besondere Aktualität bekam der Referent natürlich, weil er am folgenden Wochenende beim Supercup-Spiel zwischen Borussia Dortmund und unserem FC Bayern der erste Video-Schiedsrichter in einem offiziellen Spiel der DFL war.

Besonders lehrreich war zudem das mit vielen Spielszenen unterlegte Anschauungsmaterial für die Entscheidungskriterien.
stielerLang anhaltender Beifall war der verdiente Lohn für einen spannenden Vortrag. Für die lange Rückreise nach Hamburg überreichte ihm Abteilungsvorstand Gert Mauersberger einen bayerischen Brotzeitteller, auf dem natürlich die guten kleinen Rostbratwürstchen aus dem Hause HoWe nicht fehlen durften.

Wie sehr unsere Spitzenschiedsrichter an der Basis verwurzelt sind, war beim gemeinsamen Grillabend im Anschluß an die Fachvorträge sichtbar. Inmitten der Schiedsrichter /innen war Tobias keine Frage, kein Wunsch nach einem Selfie zuviel.

Und lüftete dabei auch das Geheimnis des Fotos, das ihn gemeinsam mit Abteilungsvorstand Gert Mauersberger im Tor am Kunstrasenplatz an der Säbener Straße zeigt:

Genau in diesem Tor stand er vor über zwanzig Jahren als aktiver Torwart der D-Junioren der Offenbacher Kickers bei einem Freundschaftsspiel gegen den FC Bayern. Über das Ergebnis des damaligen Spiels wollen wir schweigen. Doch beweist es, daß die besten Schiedsrichter auch diejenigen sind, die früher selbst aktiv Fußball gespielt haben.

w schmid1Mit tiefer Trauer haben wir erfahren müssen, daß unser lieber Freund und Kamerad Willy Schmid nach langer, schwerer Krankheit sanft entschlafen ist.

Wir schrieben das Jahr 1953, als er in unseren Verein eingetreten ist und ihm und unserer Schiedsrichterabteilung 64 Jahre lang die Treue gehalten hat.

Ein langes Leben für unseren Verein.

Willy Schmidt kam als Schiedsrichter zu uns. Er wurde bald einer unserer Spitzenschiedsrichter und leitete über viele Jahre hinweg Spiele in der Bayernliga. Er leitete sie so, wie wir ihn kannten: Unaufgeregt, sachlich, um Ausgleich bemüht. Er gab den Ton an und die Spieler folgten ihm.

Nach seiner aktiven Karriere diente er dem Schiedsrichterwesen noch über eine weitere, sehr, sehr lange Zeitspanne als Funktionär.

41 Jahre lang war er Beisitzer im Führungsgremium der Schiedsrichter-vereinigung München. Auch hier kam er seinen Aufgaben so nach, wie wir ihn vom Fußballplatz her kannten und schätzten: Pflichtbewußt, unaufgeregt, sachlich und stets um Ausgleich bemüht. Diese herausragenden Eigenschaften waren es wohl, die den Vorstand veranlassten, ihn für jede Wahlperiode erneut in dieses Amt zu berufen und ihn nach seinem Ausscheiden aus diesem Amt zum Ehrenmitglied der Schiedsrichtervereinigung zu ernennen. 

Im April 2013 wurde ihm auch vom FC Bayern München die Ehrenmitgliedschaft verliehen.

Einher mit dieser Auszeichnung ging eine spezielle Dauerkarte für die Heimspiele in der Allianz Arena. Kurz darauf durfte ich Ihn dort auch zu einem Heimspiel begrüßen. Doch dann kam die Krankheit und sein Platz in der Arena blieb fortan leer. Nun bleibt er für immer leer…….

Viele langjährige Weggefährten aus dem Schiedsrichterkreis München und vom FC Bayern nahmen im Rahmen der Trauerfeier auf dem Münchner Waldfriedhof Abschied von Willy Schmid. Als Bezirksvorsitzender des BFV würdigte Robert Schraudner in einer einfühlsamen Trauerrede noch einmal dessen herausragende Lebensleistung.

Lieber Willy, wenn Du nun auch von uns gegangen bist und künftig die himmlischen Fußballmannschaften Deiner Pfeife folgen dürfen:

Für uns bist Du nicht gestorben. Wer so lange bei uns und zudem ein so herausragender Vertreter unserer Zunft war, der wird in unseren Herzen und in unseren Gedanken noch lange weiterleben…..

Philipp EisenmannNachdem Pantelis Gitopoulos nach einer sehr guten Saison leider durch eine extrem fragwürdige Bewertung in seinem letzten Bayernliga-Spiel am eigentlich verdienten Aufstieg in die Regionalliga knapp vorbeischrammte, kommen nun sehrpositive Nachrichten von Philipp Eisenmann.

Nach einer erneut überzeugenden Saison ist Philipp in die Bayernliga aufgestiegen. Hierzu ein ganz herzlicher Glückwunsch von Präsidium und Abteilungsleitung. Zusätzlich wurde Philipp in der B-Junioren Bundesliga vom Assistenten zum Spielleiter berufen. Damit haben wir seit vielen, vielen Jahren endlich wieder einen Kameraden als aktiven Schiedsrichter auf der DFB-Liste. Auch hierzu, lieber Philipp, unseren herzlichen Glückwunsch. 

Nicht minder erfreulich ist die Meldung, daß Silas Kempf mit gerade einmal 17 Jahren innerhalb eines Jahres den Durchmarsch von der Kreisliga in die Landesliga geschafft hat. Es ist eine absolute Seltenheit, daß ein Schiedsrichter in solch jungen Jahren den Aufstieg von der Bezirksliga in diese Leistungsklasse schafft. Doch mit seinem souveränen Auftreten auf dem Platz hat Silas gezeigt, daß er das Zeug dazu hat, in den nächsten Jahren noch deutlich weiter zu kommen. Diese Leistung ist umso bemerkenswerter, da Silas so quasi nebenher auch noch sein Abitur bestanden hat. Auch Dir, lieber Silas, darf ich hierzu die herzlichen Glückwünsche von Präsidium und Abteilungsleitung aussprechen.

Abgerundet werden diese Erfolge durch weitere positive Nachrichten aus den unteren Leistungsklassen: Daniel Gutmann und Ludwig Hitzinger haben jeweils den Aufstieg von der Kreisklasse in die Kreisliga geschafft. Auch zu dieser Leistung ein sehr herzlicher Glückwunsch von der Abteilungsleitung und viel Erfolg für die kommende Saison in Eurer neuen Leistungsklasse.

SchiedsrichterZu einem nicht alltäglichen Spiel wurden zwei unserer Spitzenschiedsrichter gestern vom Verband angesetzt. Es galt, das vorletzte Vorbereitungsspiel des Regionalligisten TSV 1860 München in Freising zu leiten.

Offiziell 3.200 Zuschauer fanden den Weg in die Savoyer Au, um bei selbst am frühen Abend hochsommerlichen Temperaturen das Freundschaftsspiel zwischen dem Landesligisten SG Eintracht Freising und dem TSV 1860 München anzusehen.

Das Spiel endete mit einem verdienten 4:0 Sieg für die Nachbarn von der Grünwalder Straße. Mittendrin ohne jegliche Nervosität trotz der ungewohnten Kulisse unsere beiden Kameraden Pantelis Gitopoulos als jederzeit überzeugender Spielleiter und Silas Kempf als Assistent vor der Haupttribüne. Ergänzt wurde das Team von Philipp Steinbach vom FC Mintraching.

Mannschaften vor dem Spiel

Wenn keine der Entscheidungen von Spielern oder der Bank kritisiert wurde, waren entweder alle Akteure auf dem Platz sehr diszipliniert oder die Leistung der Unparteiischen sehr überzeugend.  Zu diesem Spiel kann man mit Fug und Recht behaupten: Beides traf zu.

Das Schiedsrichtergespann hatte die faire Begegnung jederzeit gut im Griff und erntete nach dem Spiel auch viel Lob von beiden Teams für die umsichtige Spielleitung.

FC Bayern Youth CupMoritz RohnManchmal liegt das Gute nicht ganz so nah. In München stand Moritz vor drei Jahren schon knapp vor dem Aufstieg in die Bezirksliga, doch irgendwie fehlte zum Schluß ein Quäntchen Glück.

Sein Studium führte ihn dann nach Augsburg. Er schloß sich der dortigen Schiedsrichtergruppe an und wurde unter den Fittichen des stv. Obmanns Christian Heinisch nach und nach an höhere Aufgaben herangeführt. Bald kam die Berufung in den Kreis der Förderschiedsrichter zur Bezirksliga und nun vor wenigen Tagen die lang ersehnte Bestätigung:

Moritz Rohn darf in der nächsten Saison sein Können in der Bezirksliga unter Beweis stellen.

Dazu natürlich die herzlichen Glückwünsche von Verein und Abteilungsleitung. Wir sind sicher, daß dies für Moritz der entscheidende Schub nach vorn war und das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist.

Für die kommende Saison wünschen wir Dir viel Glück und stets das richtige Augenmaß bei allen Deinen Entscheidungen.

FC Bayern Youth CupFC Bayern Youth CupEinen Tag nach dem großen Finale in der Bundesliga mit Übergabe der Meisterschale fand in der Allianz Arena der FC Bayern Youth Team Cup 2017 statt.

Unglaublich, wie effizient die Reinigungskräfte der Stadion GmbH arbeiteten. Von all dem beeindruckenden Konfetti-Regen des Vortages war praktisch nichts mehr zu sehen und knapp 3.000 Zuschauer erlebten hochklassigen internationalen Junioren-Fußball.

Im Weltfinale durften die Spieler antreten, die sich in den vom FC Bayern (u.a. von Sebastian Dremmler) betreuten Scouting-Runden in Asien, Amerika und Europa durchgesetzt hatten und nun im Endturnier unter Schirmherrschaft von Hansi Pflügler ihr Können zeigen wollten.

Bei dem Spielformat von jeweils 10 Minuten pro Spiel wurde in jedem Moment mit höchstem Tempo gespielt und gekämpft.

Das forderte auch unseren 3 Schiedsrichtern, Frank Neff, Moritz Rohn und Marcel Mayer ihr ganzes Können und ihre ganze Konzentration ab. Schließlich waren pro Schiedsrichter von 9:30 bis 15:30 jeweils 9 Spiele zu leiten.

Nach den guten Erfahrungen aus den Vorjahren hatten die Turnierplaner auch heuer wieder rechtzeitig angefragt, sodaß wir auch zu diesem Turnier das passende, gut Englisch sprechende, Team zur Verfügung stellen konnten.

So waren denn zum Schluß sowohl die Organisatoren des FC Bayern als auch die Spieler voll des Lobes über unsere Kameraden, die stets auf Ballhöhe agierten und 6 Stunden lang in allen Partien überzeugen konnten.

IvankaSeit die Regionalliga Bayern in der Saison 2012/13 ins Leben gerufen wurde, gibt es auch die Funktion des Spiel- und Medienbeauftragten. 30 ehrenamtliche Mitarbeiter unterstützen die Vereinsfunktionäre bei Sicherheits- und Medienangelegenheiten im Stadion. Sie informieren zudem die Fußballfans per BFV-Liveticker über das Spielgeschehen. Die Unterstützung besteht darin, das Spiel in Hinblick auf Zwischenfälle jeglicher Art im Sicherheitsbereich vor, während und nach dem Spiel wahrzunehmen und bei Vorkommnissen Beweise zu sichern. Für den Fan werden sie vor allem über den Liveticker des BFV sichtbar. 

So auch Georgios Kechagias, der für den FC Bayern München darüber hinaus auch eigene Spiele leitet. Er hat aufgrund seiner langjährigen Spielleitung ein Gespür dafür, wenn sich Szenen hochschaukeln und zu eskalieren drohen. Was die wenigsten Zuschauer im Stadion wissen: Die Vorbereitungen beginnen bereits 90 Minuten vor Spielbeginn und enden etwa 45 Minuten nach Spielende. Zum größeren Team für den reibungslosen Ablauf der Spiele gehören neben dem Spiel- und Medienbeauftragten die Vertreter der Polizei, die Sicherheitsbeauftragten beider Vereine, der Stadionsprecher und selbstverständlich das Schiedsrichtergespann. Ob Augsburg, Buchbach, Burghausen oder Memmingen, Rosenheim sowie München - Georgios fährt in die Stadien und informiert die Fans per Liveticker über das Spielgeschehen, damit sie sich dem Spiel ganz nah fühlen können.

Für BFV TV ist auch Ivanka Vukusic aus unserer Abteilung im Einsatz. Sie wird entweder von den Vereinen oder vom BFV beauftragt. Für die Vereinstrainer filmt sie die Spiele in voller Länger, damit diese das Spiel im Anschluss analysieren können. Die Nachfrage ist hoch, auch im Amateurbereich geht nichts ohne Videoanalyse. Für den BFV sind Torszenen sowie Interviews mit beiden Trainern sowie dem Matchwinner interessant. Ivanka ist seit Jahren auf den Sportplätzen als Schiedsrichterin unterwegs und weiß genau, woraus sich Torchancen ergeben oder wann es einen kniffeligen Zweikampf gibt, auf den es die Kamera zu halten gilt. 

Georgios wie Ivanka setzen ihr Gespür dafür ein, dem Zuschauer den Sport so nah wie möglich zu bringen. Hier und da sorgen sie beiläufig mit ihrer besonnenen Art für einen reibungslosen Ablauf und rücken für den Fan das in den Vordergrund, wofür sein Herz schlägt: Torszenen, Leidenschaft und Nähe zum Spiel.

Ein ganz anderes Feld hat Martin Mielch für sich entdeckt. Der langjährige Kamerad ist als Chaparon in der Bundesliga unterwegs. Mit dem Namen können die wenigsten auf Anhieb etwas anfangen. Dabei unterstützt er bei Dopingkontrollen an Spieltagen, indem er die Spieler vom Feld in den Dopingraum begleitet. Nicht jedes Mal findet eine Kontrolle statt - allein, dass sie könnte, wirkt. Pro Spiel gibt es zwei Chaparons - einen für jede Mannschaft. Sie stehen am Spielertunnel und fangen bei ihren Einsätzen zwei vorher ausgewählte Spieler ab. Die Spieler dürfen Interviews geben - nur nichts einnehmen, was die Probe verfälschen könnte. In der Bundesliga ist das Prozedere hinlänglich bekannt - den Spielern muss man nichts erklären. Anders verhält es sich da zum Teil bei 18. Jährigen, die in der Regionalliga spielen und nicht Bescheid wissen. Dass sie nicht verhaftet sind oder Blut abzugeben haben, dieses Missverständnis kann Martin schnell aus dem Weg räumen.

image002Die konstant guten Leistungen in den letzten Jahren wurden belohnt: 

Als erste Frau überhaupt wird Bibiana Steinhaus in der kommenden Saison Spiele in der 1. Bundesliga leiten.

Im Namen der Schiedsrichterabteilung des FC Bayern München e.V. mit all unseren Schiedsrichterinnen und Schiedsrichtern

darf ich hierzu unsere herzlichen Glückwünsche aussprechen.

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…so lautete im Januar 2012 die Überschrift in der ‚Frankfurter Allgemeinen Zeitung‘ zum Aufstieg von Schiedsrichter Tobias Stieler in die Bundesliga http://www.faz.net/aktuell/rhein-main/schiedsrichter-tobias-stieler-erstklassig-unauffaellig-11622680.html

Genau so lassen sich auch in den seither vergangenen fünfeinhalb Jahren seine Leistungen in der 1. und 2. Bundesliga charakterisieren. Ich kann mich an kein Spiel unter seiner Leitung erinnern, das in irgendeiner Weise aus dem Ruder gelaufen wäre. So war er auch am vergangenen Montag im vorentscheidenden Spiel um die Aufstiegsplätze zwischen Eintracht Braunschweig und Union Berlin ein nie im Mittelpunkt stehender, aber jederzeit präsenter und souveräner Spielleiter. Seinen derzeitigen Stellenwert beim DFB darf man sicher daran ablesen, daß er für diesen Samstag mit der Leitung des Topspiels zwischen RB Leipzig und unserem FC Bayern betraut wurde.

Mit entsprechend großer Freude darf ich Euch nun mitteilen, daß wir mit Tobias Stieler für unsere alljährliche große Fortbildungsveranstaltung zum Saisonabschluß einen erstklassigen Referenten gewinnen konnten. 

Diese Veranstaltung beginnt am Sonntag, dem 30. Juli 2017, um 15:00 Uhr in der Gaststätte ‚Münchner Tram‘ auf dem Sportgelände des SV Stadtwerke. Wie gewohnt, werden wir diese Veranstaltung ‚offen‘ gestalten, also auch wieder viele Kameraden aus Kreis und Bezirk einladen, die Woche für Woche ihre Freizeit dafür einbringen, daß der Spielbetrieb zumindest seitens der Schiedsrichter im Großraum München reibungslos abläuft.  Natürlich ergeht hierzu an alle noch eine gesonderte Einladung.

März 2017:

Tatort 1. Liga Kroatien in Split:  Ein vermummter und mit einer Eisenzange bewaffneter Hooligan ist bei der kroatischen Partie Hajduk Split gegen HNK Rijeka auf das Spielfeld gestürmt und hat den Schiedsrichter gejagt.

November 2016

Tatort Fußball-Kreisliga C in Essen: Nach einer Roten Karte jagen Spieler eines Vereins den Schiedsrichter und gegnerische Spieler. Es gibt Verletzte. 

März 2017

Tatort Emsland: Die Schiedsrichter streiken für ein Wochenende. Ein ‚Fan‘ eines Bezirksligisten war nach einem Spiel auf den Schiedsrichter zugelaufen und hatte diesen angeschrien, die ‚Schiedsrichter gehörten alle vergast‘. Wegen einer Lücke in der Verbandsgerichtsbarkeit konnte dieses Vergehen nicht entsprechend wie  z.B. Pyrotechnik geahndet werden.

März 2017

Tatort Senioren Fußball (Freundschaftsspiel der Ü 40)  in München: Ein Trainer schreit über den ganzen Platz zu seinem Mannschaftsbetreuer: ‚Wenn der Schiedsrichter noch einmal zu uns kommt, sage ich alle Spiele ab‘.

Diese vier Meldungen aus jüngster Zeit sind nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was wöchentlich auf unseren Fußballplätzen passiert. Vom Profifußball bis hinunter zu den niedrigsten Klassen, bis in den Bereich der Ü 40, in dem man eigentlich Gelassenheit erwarten sollte. Wenig  Respekt und Toleranz gegenüber den Schiedsrichtern, die, wie die Spieler auch, eigentlich nur ihr Bestes auf dem Platz geben wollen. Während jedem Spieler im Laufe eines Spieles der eine oder andere Fehlpass unterläuft, Kopfballduelle und Zweikämpfe verloren werden, das leere Tor verfehlt und gelegentlich sogar Eigentore erzielt werden – dem Schiedsrichter wird kein Fehler mehr verziehen. 

Wie wollen Spieler und Betreuer eine souveräne Schiedsrichterleistung erwarten, wenn praktisch ab dem Anpfiff viele Entscheidungen der Referees als (vermeintliche) Fehlentscheidung lautstark kritisiert werden? Dieses Verhalten trägt in keiner Weise zur Verbesserung der Schiedsrichterleistung bei, eher zu steigender Verunsicherung und daraus resultierenden weiteren Fehlern.

Natürlich steckt oft unterschwellig die Taktik dahinter, den Schiedsrichter auf einen Fehler hinweisen zu wollen, damit er diesen vermeintlichen Fehler in der nächsten kniffligen Situation durch eine Entscheidung zugunsten der eigenen Mannschaft wieder ‚korrigiert‘. Ob das aber nun im Sinne des Sports und der allgemeinen Fairness ist, mag bezweifelt werden.

Gerade in den unteren Ligen, den Jugendspielen und auf Kreisebene gibt es nur einen Schiedsrichter. Keine Assistenten an den Seiten und Torlinien (und selbst denen passieren Fehler). Es ist schlichtweg unmöglich, daß dieser Allein-Schiedsrichter jede Situation richtig bewertet, jedes Abseits richtig erkennt. Nur haben hier Spieler, Betreuer und Zuschauer eine völlig falsche Erwartungshaltung. Egal in welcher Spielklasse, egal wie erfahren oder wie jung ein Schiedsrichter ist: Von jedem Schiedsrichter wird einfach eine absolut fehlerfreie Spielleitung erwartet.

Leider sind Woche für Woche gerade Trainer und Betreuer in den Profiligen schlechte Vorbilder. Fast jede Entscheidung wird kritisiert, ständig rennt man zum 4. Offiziellen oder dem Assistenten, um diesen auf die vermeintlichen Fehler des Gespanns aufmerksam zu machen.  Eine der wenigen löblichen Ausnahmen ist tatsächlich Carlo Ancelotti. Seine Ruhe und Gelassenheit würde man vielen seiner Kollegen zum Wohle des Fußballs wünschen. 

Negativer Höhepunkt war kürzlich Paris St. Germain. Nach dem 1:6 in Barcelona und dem damit verbundenen Ausscheiden in der Champion’s League wurde wenige Tage später der UEFA eine Liste mit 15 vermeintlichen Fehlern des Gespanns vorgelegt. Natürlich hat das Team um Schiedsrichter Aytekin in manchen Situationen dieses extrem hektischen Spiels die eine oder andere zumindest fragwürdige Entscheidung getroffen. Nur – an den meisten Gegentoren waren die Spieler von PSG selbst schuld, nicht der Schiedsrichter. Wem nützt solches Nachkarten? 

Irgendwann wird es keine Bundesliga-Spiele mehr geben. Warum? Weil wir keine Schiedsrichter mehr haben werden. In Deutschland ist die Zahl der Schiedsrichter in den letzten 5 Jahren um ca. 10 % geschrumpft. Mit großem Aufwand wirken wir dem inzwischen entgegen. Schicken erfahrene Schiedsrichter als Paten zu den Spielen unserer Jungschiedsrichter. Schicken Beobachter zu solchen Spielen, bei denen es erfahrungsgemäß zu Problemen kommt, um hier an den Seitenlinien für Ruhe zu sorgen. Dennoch beendet rund die Hälfte der Absolventen eines Neulingskurses innerhalb von 4 Jahren ihre Schiedsrichter-Tätigkeit. Weil sie sich diese ständigen Anfeindungen einfach nicht Woche für Woche antun müssen. Die unteren Jugendklassen können heute schon nicht mehr mit Schiedsrichtern besetzt werden.

Irgendwann bricht damit die Basis weg, aus der heraus wir die späteren Bundesliga-Schiedsrichter hervorbringen müssen. Es ist höchste Zeit, dieser Entwicklung massiv entgegenzuwirken und flächendeckend dafür zu sorgen, daß die Schiedsrichter wieder in Ruhe und Anerkennung  ihrer Tätigkeit auf dem Platz nachkommen können. Zum Wohle des gesamten Fußballs.